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Goldrichtig investieren ✨

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Dieses System stirbt nicht irgendwann. Es stirbt jetzt.
Die deutsche Sozialversicherung ist kein soziales Meisterwerk. Sie ist ein historischer Kompromiss. Geboren aus einer Zeit, in der Arbeit knapp war, Menschen zahlreich und Maschinen dumm. Dieses Setting existiert nicht mehr. Trotzdem tun wir so, als ließe sich die Zukunft mit Rechenmodellen aus den 1960ern verwalten. Das Problem ist nicht Demografie. Das Problem ist Architektur. Unser Sozialstaat basiert fast vollständig auf einem einzigen Träger: menschlicher Lohnarbeit. Wer arbeitet, zahlt. Wer nicht arbeitet, kostet. Diese Logik war funktional, solange Wertschöpfung an menschliche Arbeitskraft gebunden war. Genau diese Kopplung löst sich gerade auf. Schnell. Irreversibel. KI schreibt Texte, analysiert Daten, ersetzt ganze Abteilungen. Robotik produziert rund um die Uhr, ohne Krankheit, ohne Rente, ohne Pflegefall. Automatisierung skaliert Wertschöpfung, ohne Menschen zu benötigen. Das Ergebnis ist paradox und politisch brisant: Noch nie wurde so viel Wert erzeugt. Noch nie war das Sozialsystem so schlecht finanziert. Nicht, weil es an Geld fehlt. Sondern weil es am falschen Ort gesucht wird. Die große Fehlannahme Der Sozialstaat behandelt Arbeit wie eine unerschöpfliche Ressource. Das ist sie nicht. Arbeit wird effizienter, seltener, austauschbarer. Wertschöpfung dagegen verlagert sich in Kapital, Software, Netzwerke und Skaleneffekte. Roboter zahlen keine Beiträge. Algorithmen haben keine Sozialversicherungsnummer. KI kennt keinen Tarifvertrag. Trotzdem tragen genau sie den Produktivitätszuwachs, von dem der Staat lebt. Das ist kein ethisches Problem, sondern ein mathematisches. Man kann Gleichungen ignorieren. Man kann sie nicht austricksen. Warum das System fragil ist Ein fragiles System bricht unter Stress. Unser Sozialversicherungssystem liebt Stress geradezu. - Es hängt an einer schrumpfenden Erwerbsbasis. - Es wird politisch überversprochen und ökonomisch unterlegt. - Es reagiert auf Veränderungen mit höheren Abgaben statt strukturellen Anpassungen.
Dieses System stirbt nicht irgendwann. Es stirbt jetzt.
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So.
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Stoisch wählen in Zeiten der Plakatinflation
Ein Essay anlässlich der Landratswahl im Landkreis Oberspreewald-Lausitz In diesen Wochen kündigt sich im Landkreis Oberspreewald-Lausitz ein vertrautes Ritual an. Laternen, Zäune und Verkehrsinseln verwandeln sich in Träger politischer Versprechen. Gesichter blicken ernst, optimistisch oder künstlich volksnah in den öffentlichen Raum. Parolen verdichten komplexe Wirklichkeiten auf wenige Worte. Es ist Landratswahlkampf. Und er ist laut. Mich nerven diese Plakate. Nicht aus ästhetischer Empfindlichkeit, sondern aus einem tieferen Grund: Sie simulieren Orientierung, wo eigentlich Urteilskraft gefragt wäre. Sie appellieren an Emotionen, wo Verantwortung nötig ist. Genau hier beginnt der Konflikt zwischen politischer Praxis und stoischem Denken. Der Stoizismus ist keine politische Ideologie. Er liefert keine Programme, keine Farben, keine Lager. Er liefert etwas Unbequemeres: eine innere Ordnung. Er zwingt dazu, sauber zu trennen zwischen dem, was in unserer Kontrolle liegt, und dem, was es nicht tut. Wahlen gehören zu den Grenzbereichen. Das Kreuz auf dem Stimmzettel liegt in unserer Verantwortung. Das Ergebnis nicht. Der moderne Wahlkampf tut so, als ließe sich diese Grenze aufheben. Als könne man durch Zustimmung, Identifikation und moralische Aufladung das Unkontrollierbare beherrschen. Plakate sind der sichtbarste Ausdruck dieses Irrtums. Sie behaupten: Wenn du mich wählst, wird es besser. Der Stoiker hört darin: Wenn du mir glaubst, gibst du dein Urteil ab. Stoisch zu wählen heißt daher nicht, sich zu entziehen. Es heißt, sich nicht verführen zu lassen. Der Stoiker geht nicht in die Wahlkabine, um seine Identität zu bestätigen, sondern um eine Pflicht zu erfüllen. Nüchtern. Unter Unsicherheit. Ohne Illusion. Was bedeutet das konkret bei einer Landratswahl? Ein Landrat ist kein Erlöser, sondern ein Verwalter von Knappheit, Konflikten und begrenzten Zuständigkeiten. Stoisch betrachtet sollte daher nicht gefragt werden: Wer verspricht am meisten?
Stoisch wählen in Zeiten der Plakatinflation
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Hier ein passender Kommentar des wunderbaren Raik Garve , der den Philosophen Günther Anders im Jahre 1956 zitiert. Aufschlussreich denk ich.☺️
6 Signale, die fast jedem Crash vorausgehen (kein Orakel, sondern Beobachtung)
Crash‘s sind keine Unfälle. Sie sind das Ergebnis von Systemen, die zu lange so tun, als wären sie stabil. Wenn du diese sechs Dinge gleichzeitig siehst, bist du nicht mehr in einem Markt. Du bist in einer Illusion. 1️⃣ Bewertungen ohne Sicherheitsmarge Preise, die nur noch durch Hoffnung gerechtfertigt werden. Je präziser die Modelle, desto größer die Fallhöhe. 2️⃣ Hebel wird normal Kredit ist kein Werkzeug mehr, sondern Voraussetzung. Systeme mit Hebel funktionieren nur, solange nichts passiert. Spoiler: Es passiert immer etwas. 3️⃣ Risiko wird moralisch verteidigt Zweifel gelten als Dummheit, Vorsicht als Rückständigkeit. Wenn Skepsis ausgelacht wird, ist sie meist richtig. 4️⃣ Konzentration statt Breite Wenige Gewinner tragen alles. Komplexe Systeme sterben nicht flächendeckend, sie kippen an den schwächsten Stellen. 5️⃣ Offensichtliche Fragilität wird ignoriert Schulden, Abhängigkeiten, politische Spannungen, Liquidität. Alle Daten liegen offen da. Man entscheidet sich aktiv, sie nicht ernst zu nehmen. 6️⃣ Vertrauen ersetzt Resilienz „Wird schon gutgehen“ ist kein Risikomanagement. Stabilität, die erklärt werden muss, ist keine. Der eigentliche Fehler: Menschen versuchen, die Zukunft vorherzusagen, statt sich gegen Fehler zu wappnen. Nicht gefragt ist: Was passiert als Nächstes? Relevant ist: Was überlebt, wenn ich falsch liege? Wer auf Vorhersagen baut, ist fragil. Wer auf Robustheit baut, braucht keine. Das ist kein Crash-Alarm. Das ist eine Einladung, Systeme zu bauen, die nicht zusammenbrechen, nur weil die Welt sich benimmt wie die Welt. Diskussion gern. Optimismus bitte nur mit Absicherung.
6 Signale, die fast jedem Crash vorausgehen (kein Orakel, sondern Beobachtung)
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Das schöne daran - es entsteht gleichzeitig etwas Neues, wenn Altes geht.
Wenn der Indexanbieter hustet, bebt euer Bitcoin-Tempel
Bitcoin-Holding-Aktien spielen plötzlich Feuerwehrmann und Brandstifter zugleich. Während BTC-Fans noch stolz mit ihren Laseraugen durch die Timeline rennen, überlegt MSCI nüchtern, ob Firmen wie MicroStrategy und Metaplanet eigentlich noch Aktien sind oder schon verkappte Krypto-ETFs mit Bürokratie-Problemen. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Unternehmerkollegen. Er meinte grinsend: „Ronny, Bitcoin ist das neue Gold – nur ohne Stabilität, Geschichte oder robuste Antifragilität.“ Kurz darauf schaute er auf sein Depot und sah MicroStrategy um 46 Prozent einknicken. Sein Lachen war plötzlich so stabil wie eine Altcoin-Marktkapitalisierung nach einem Hack. Der Punkt ist simpel: Wenn ein Unternehmen seine Bilanz mit 50 Prozent Bitcoin vollpumpt, darf es sich nicht wundern, wenn konservative Indexanbieter nervös werden wie ein Veganer im Steakhouse. MSCI stoppt schon jegliche Streubesitz-Erhöhungen. Schönes Signal für langfristiges Vertrauen. JPMorgan rechnet dann auch gleich weiter: Kommt der Ausschluss, drohen bis zu 2,8 Milliarden Dollar an Kapitalabflüssen, im schlimmsten Fall 8,8 Milliarden. Passive Fonds verkaufen zwangsweise, Liquidität trocknet aus, und die Anleger fragen sich anschließend mit tiefem philosophischem Blick, warum ausgerechnet „Buy the dip“ diesmal nicht funktioniert hat. Vielleicht, weil ein leveraged Bitcoin-Bilanztitel nicht antifragil ist, sondern einfach nur fragil mit PR-Abzeichen. Analysten sehen trotzdem Kurse jenseits der 500 Dollar. Nett. Menschen haben auch geglaubt, das römische Reich würde für immer halten. Vielleicht ist das alles nur ein weiterer Test, wie viel Naivität ein Markt verträgt, bevor die Wirklichkeit mit dem Vorschlaghammer kommt. Anleger sollten sich fragen, ob sie wirklich Unternehmen kaufen oder nur ein schlecht verpacktes Bitcoin-Derivat mit Vorstandssitz. Die Antwort könnte spannender werden als der nächste Fed-Zinsschritt.
Wenn der Indexanbieter hustet, bebt euer Bitcoin-Tempel
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Heftiger Konjunktur-Knall – Warum Ökonomen noch immer lineare Geschichten in eine nichtlineare Welt pressen
Die Schlagzeile klingt dramatisch – Produktion bricht ein, Regierung rechnet mit Wachstum. Das ist fast schon dadaistische Wirtschaftskommunikation. Ein Minus von 18,5 Prozent in der Autoindustrie wird rationalisiert mit dem Satz: „Ja, aber nächstes Jahr wird alles besser.“ Diese Art von Prognose ist nicht Analyse, sondern Glaube – nur ohne Transzendenz. Wir sehen wieder einmal das typische Narrative Bias-Syndrom der Bürokratie. Wenn die Realität hässlich wird, erfindet man eine Geschichte, um sie hübscher zu machen. Statt Antifragilität zu fördern, also Systeme zu schaffen, die durch Stress wachsen, betäubt man die Wirtschaft mit Subventionen, Schulden und Wunschdenken. Die Politik glaubt, sie könne die Ökonomie mit linearen Formeln steuern, während sie längst ein chaotisches, komplexes System ist. Die Autoindustrie ist das perfekte Beispiel: Sie wurde fett, träge und überreguliert. Jetzt, da die Welt volatil wird, bricht sie zusammen wie ein Bodybuilder ohne Eiweißshake. Was jetzt passiert, ist ein natürlicher Reset eines Systems, das zu lange Stabilität vorgetäuscht hat. Wer antifragil aufgestellt ist – wer also in optionales Denken investiert, in reale Werte, in dezentrale Strukturen – wird daraus Kapital schlagen. Wer dagegen weiter in Prognosen glaubt, gleicht einem Meteorologen, der bei Sturm mit dem Lineal den Wind misst. Und während die reale Wirtschaft ächzt, spielt der DAX munter weiter seine eigene Melodie – völlig losgelöst von der ökonomischen Realität. Er reagiert nicht mehr auf Fundamentaldaten, sondern auf Liquidität, Zinsfantasien und algorithmisches Herdenverhalten. Der DAX ist kein Barometer der Wirtschaft mehr, sondern ein Symptom der kollektiven Verdrängung. Gold dagegen bleibt stoisch. Kein Versprechen, kein Narrativ, keine Abhängigkeit von Finanzpolitik. Es schwankt vielleicht im Preis, aber nicht in seiner Bedeutung. Gold ist der Kontrapunkt zum künstlich aufgeblasenen Finanzsystem – die letzte Form von Ehrlichkeit in einem Meer aus synthetischer Stabilität.
Heftiger Konjunktur-Knall – Warum Ökonomen noch immer lineare Geschichten in eine nichtlineare Welt pressen
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Läuft doch nach Plan.
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Jan Parusel
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@jan-parusel-2671
Unternehmensinhaber bei KIN GmbH und von Präsident Sprungking.at

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Joined Jul 20, 2024
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